Macht die Türen auf!

Vorschlag für vier (Grund-) Schulfeiern im Advent

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Von Gerhard Wittkugel
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"Jeden Montag trifft sich die ganze Schule zu einer kurzen Feier unter dem Adventskranz - aber was machen wir da bloß?"
Der folgende Vorschlag arbeitet mit dem bekannten Symbol der Tür und nutzt dazu die Türen der Schule.
Je nach Schulbau finden die Feiern in einem großen Flur oder einer Pausenhalle statt, von der mehrere Türen abgehen, am besten zu Klassenzimmern. An jedem Adventsmontag übernimmt eine Klasse die Gestaltung. Die letzte Feier ist zugleich der Abschied in die Weihnachtsferien.
Die jeweils erarbeitete Szene zur Gestaltung und auch die Lieder können zusätzlich für Adventsfeiern mit den Eltern genutzt werden. Es reicht, mit der Erarbeitung der Spielszenen ca. zwei Wochen vor jedem "Auftritt" zu beginnen.
 
Ablauf der Feiern:
1. Die Schule ist um den Adventskranz versammelt, beim ersten Mal brennt noch keine Kerze, es fehlt die erste Klasse(-nstufe); für diese Kinder ist eine Lücke in der Mitte gelassen (mit Kreppband abkleben).
2. Glocke oder Klangschale zeigt den Beginn an.
3. Lied: "Eine Tür....", dabei öffnet sich sichtbar die Tür, hinter der die fehlende Klasse wartet. Die Kinder ziehen ein und tragen die erste/neue Adventskerze brennend zur Mitte, setzen sie (Hilfe?) in den Kranz.
4. Begrüßung: Die Hereingekommenen werden mit dem Kurzlied: "Schön, dass ihr da seid" (vorher schon mal gesungen!) empfangen.
5. Thematisches Spiel von der jeweils veranstaltenden Klasse.
6. Abschlusslied der Szene oder traditionelles Adventslied.
7. Eine Lehrerin löscht die Kerzen, wünscht schönen Unterricht (oder schöne Ferien).
8. Abschied: LehrerInnenchor "Schön, dass Ihr da wart!" (Melodie wie oben) SchülerInnen antworten genauso. Alternative: Abschluss wieder durch Klangschale oder Glocke.


Lied Macht die Türen auf

1. Eine Tür, eine Tür,
tut sich auf  für mich,
und das Licht und das Licht,
das grüßt dich und mich.

Macht die Türen auf,
macht die Herzen weit,
und verschließt euch nicht:
es ist Weihnachtszeit.

2. Tritt herein, tritt herein,
schau das Wunder an,
wie ein Kind, wie ein Kind
uns verwandeln kann.
Macht die Türen auf ...

3. Jesus kommt, Jesus kommt,
lädt zum Freiden ein.
Laß den Streit, laß den Streit,
es darf Weihancht sein.
Macht die Türen auf ...  

Text: Wolfgang Langhardt Rechte: Menschenkinder Verlag, Münster.
Musik: Detlev Jöcker Aus: MC "Komm wir feiern Weihnacht".



Der thematische Teil:

Die vier Szenen können je nach Zeit und Lust ausgefeilt, geprobt oder so aufgeführt werden, dass LehrerInnen oder andere Erwachsene die Texte lesen und die Kinder dazu spielen. Für die kleine Feier reicht es sogar, dass die Geschichten gelesen werden.

1. Woche/Klasse:

Es klopft bei Wanja in der Nacht
(Tilde Michels, Ellermann Verlag)
"Weit fort in einem kalten Land, steht Wanjas Haus am Waldesrand." Dort versucht Wanja behaglich in seiner warmen Hütte zu schlafen, doch andauernd kommen neue frierende Gestalten und klopfen ihn wach.
So verbringen schließlich Wanja, Hase, Fuchs und Bär die Nacht friedlich gemeinsam. Am Morgen überlegt Wanja, ob solcher Frieden nur ein Traum ist, aber er sieht die Spuren im Schnee ...
Die Geschichte gibt es als Bilderbuch. Die Geschichte kann gelesen werden, die Rollen bewegen sich dazu mit wenigen Requisiten auf der Bühne, oder es werden Bildfolien aufgelegt.

2. Woche/Klasse:

Die Geschichte von Benno Bär.
(Susanne Brandt: Die Weihnachtsbühne)
Benno Bär hat in kalter, dunkler Winternacht den Schlüssel zu seiner Höhle verloren. Hirsch, Maus und andere helfen ihm erst suchen, dann harren sie mit ihm zusammen vor der verschlossenen Tür aus. Am Morgen ist der Schnee durch ihre gemeinsame Wärme geschmolzen und der Schlüssel liegt unter ihnen. Es gibt vier Spielrollen, die durch Bäume, durch Schneeflocken, als Türpfosten usw. ergänzt werden können.
Diese Symbolgeschichte gibt es als Text oder als Spielversion in der "Weihnachtsbühne" .

3. Woche/Klasse:

Jesuskind, wo bist du? (Siegfried Macht: Kinder tanzen ihre Lieder)
Ein Liedspiel, bei dem zunächst alle Kinder mit einer leichten Requisite einziehen: Maria, Joseph, Hirten, Schafe, Kamele Könige usw. (Dazu z.B. der Vers: "Macht hoch die Tür").
Wenn die Spieler in zwei Halbkreisen um eine leere Krippe stehen, wird das Lied "Jesuskind, wo bist du" gesungen, Der Regisseur winkt die jeweiligen Akteure dabei in die Mitte und lässt sie wieder zurücktreten. Während eines Zwischenspiels ziehen die Halbkreise einmal herum, so dass jetzt statt Maria und Joseph, Hirten im Vordergrund stehen, es folgt der zweite Teil der Suche. (Für Eilige geht's einfacher: das Lied kann von der Kassette abgespielt werden.)
Eine einfach zu probende, wirkungsvolle Szene, die auch inhaltlich überzeugt:
Jesus ist nicht in Bethlehem, er ist bei Kranken und Hoffnungslosen.


4. Woche/Klasse und Abschied in die Ferien:
Die Stallmusikanten von Bethlehem (Sigrid Berg, Arbeitsbuch Weihnachten, Stuttgart 1988, S. 88.)
Hahn, Katze, Hund und viele andere Tiere machen in diesem Spiel die Musik wie in Bremen .
Sie haben in Maria und Joseph die Eltern des angekündigten Gastes erkannt. Wirt, Gastgeberin Rebecca und auch der Rabbi lassen sich nicht ablenken von ihren täglichen Geschäften und so erzählen und singen die Tiere von dem großen Ereignis der Geburt Jesu.
Das Spiel ist in fünf Szenen aufgebaut. Es gibt 13 Sprechrollen und genügend andere. Dazu biete ich Ihnen ein kleines Lied, das alle Tiere und auch die ZuhörerInnen am Ende singen können:

Lied Tiere singen Wir Tiere singen

1. Wir Tiere singen, bellen, schrein.
Wir feiern Gottes Sohn.
Er soll der Retter aller sein.
Für uns ist er es schon.
Wau, wau, ia
Miau mio
Wir sind gern laut und froh!

2. Dass Gott hier auf der Erde ist,
das ist ein echter Hit.
So staunt doch über dieses Kind
und singt am besten mit:
Wau, wau, ia
Miau mio
Wir sind gern laut und froh!

3. Wer einsam ist und traurig sitzt,
soll nicht alleine sein.
Von Gottes Liebe angespitzt
woll'n wir die Boten sein.
Wau, wau, ia
Miau mio
Wir sind gern laut und froh!

Text/Musik: Gerhard Wittkugel, 2002.

Einzelne der Materialien können in der ARO ausgeliehen werden. Natürlich können Sie den Rahmen auch mit ganz anderen Ideen kombinieren.


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