"Morgen ist ein Taufgottesdienst. 2 Kinder werden getauft. Ich habe noch keine Predigt fertig und hoffe, auch keine schreiben zu müssen. Ich habe die Vorstellung und die Hoffnung, daß wir miteinander den Taufgottesdienst einschließlich Predigt vorbereiten und morgen auch gemeinsam gestalten, vielleicht etwas anders als sonst, aber dafür kommen Eure Einfälle und Vorstellungen auch mit vor." Mit diesen Worten wurde ein Konfirmandentag in Middels eingeleitet. 35 KonfirmandInnen und 5 GruppenleiterInnen sowie einige Mütter, die sich um das Mittagessen kümmerten, waren beteiligt. An einem Sonnabend zwischen 10.00 und 17.00 stand das Thema Taufe auf dem KU-Plan.

Nach einer Besichtigung des Taufsteines wurde in 4 Kleingruppen zu je einem Bild ein Text erarbeitet. Hilfreich waren dabei die Bibeltexte, zu denen die Bilder gestaltet wurden (Mk. 1, 9-11; Joh. 19, 25 ff bzw. Lk. 23, 47 ff; Matth. 4, 1-11 und Matth. 28, 1-10).
Zu dem Bild "Jesus besiegt das Böse" diente als zusätzliches Material das Osterlied Nr. 82 EKG "Wir wollen alle fröhlich sein". Fragen nach dem Bild- und Textinhalt, nach möglichem Gegenwartsbezug des Bildes und Assoziationen der KonfirmandInnen waren hilfreich für die Erarbeitung eines Textes. Nach 1 1/2 stündiger Tätigkeit hatte jede Gruppe Aussagen zu dem Bild, das auf einer Folie für den Tageslichtschreiber abgelichtet war, formuliert. Diese Aussagen sollten dann als Predigt zum Taufstein im Gottesdienst vorgetragen werden.
In der Mittagspause trafen sich die 5 Gruppenleiter, um die Texte miteinander abzustimmen. Die eine oder andere Korrektur mußte vorgenommen werden. Er-staunlich jedoch, wie die mittelalterliche Sprache des Taufsteines verstanden wurde: "Wenn Jesus nicht mehr bei uns ist, sollen Menschen wie Schwestern und Brüder leben" (zu Joh. 19, 25 ff) oder "Das Böse zu besiegen, kann bedeuten, daß nichts und niemand über uns bestimmen kann, außer Gott" (zu Matth. 4, 1-11).
Am Nachmittag standen mehr praktische Arbeits-schritte im Vordergrund. Eine Gruppe gestaltete die Taufkerze (auf eine weiße Altarkerze wurden mit farbigem Wachs Symbole aufgepreßt, die mit der Taufe in Verbindung standen). Andere formulierten einen Elternbrief (siehe Abbildung), eine 3. Gruppe einen Patenbrief. Die 4. Gruppe malte ein Erinnerungsblatt (Taufurkunde) für die Täuflinge.
Zum Schluß wurden gemeinsam Lieder und Gebete für den
Taufgottesdienst
ausgesucht und die Texte, die verlesen werden sollten, geprobt.
In Erinnerung für viele blieb der Taufgottesdienst am folgenden
Tag. Konfirmanden hatten in ihrer Sprache versucht, biblische Aussagen
zu deuten und "ihren" Taufstein zu beschreiben. Eltern- und Patenbriefe
waren gerade wegen ihrer einfachen Sprache überzeugend. Viel Lob
seitens
der Taufgäste war zu hören.