19. September 1972: "Für den Raum Ostfriesland und Oldenburg
wird zur Zeit eine 'Regionale Arbeitsstelle für Religionspädagogik'
in Zusammenarbeit zwischen der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg, der Ev.-ref.
Kirche in Nordwestdeutschland und der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers aufgebaut.
Die Arbeitsstelle hat die Aufgabe, in Beratung, Information, Planung, Koordinierung,
Fortbildung, Projektentwicklung und Projektbegleitung die vorhandenen Aktivitäten
auf dem Gebiet der Religionspädagogik von Einzelnen, Werken oder anderen
Einrichtungen effektiver zu gestalten. Dies soll in den drei Arbeitsbereichen
- Religionsunterricht und religionspädagogische Arbeitsgemeinschaften-
Konfirmandenunterricht und Jugendarbeit
- Arbeit mit Kindern in Kindergärten (Vorschulerziehung und Kindergottesdienst)
geschehen. Das Ziel ist, durch Vermittlung von Theorie und Praxis zu einer
verbesserten Praxis zu gelangen. Zu den Aufgaben der Regionalen Arbeitsstelle
gehört außerdem der Aufbau eines zentralen Medienpools..." Mit
diesen Worten beschrieb im September 1972 Dr. Peter Engel die Aufgabe der
ARO. Er war im August 1972 von der Ev.-luth. Landeskirche zum Studienleiter
der ARO ernannt worden, genauso Dr. Roland Goeden, der von der Ev. - ref.
Kirche seine Anstellung erhielt.
25 Jahre sind seitdem vergangen. Was ohne Büro im Amtszimmer von Peter
Engel, in der Lützowallee Nr. 54 in Aurich begann, hat sich zu einer
stattlichen Einrichtung entwickelt. Die ARO hat sich am Georgswall Nr.7 "ausgebreitet".
Sie verfügt dort über mehrere Büros, drei Seminarräume
und eine umfangreiche Bibliothek. Gegenwärtig können in der Materialstelle
und Bibliothek 14.000 Titel ausgeliehen werden. Aus dem ursprünglich
"1 1/2 Stellen-Unternehmen" ist ein "ARO-Team" geworden, in der
die Fachberater für den Religionsunterricht , zwei Verwaltungsangestellte,
Mitarbeiterinnen der Fachberatung für Kindergartenarbeit und für
den Kindergottesdienst genauso mitarbeiten wie der Berufsschuldiakon des
Kirchenkreises Aurich.
Wer die Akten und Protokolle der letzten 25 Jahre durchblättert wird
feststellen, daß sich an der Aufgabenstellung wenig geändert hat.
Nach den ersten Beratungen war klar, die ARO hat drei Aufgaben:
- den Unterhalt einer Materialstelle und Bibliothek, in der
jede/r kostenlos Unterrichtsmodelle, Dias, Fotomappen, Poster, Folien etc.
ausleihen kann.
- Für Beratung in Fragen der Religionspädagogik in
Schulen, Kirchengemeinden und Kindergärten zur Verfügung zu stehen
- und Seminare und Fortbildungsveranstaltungen für die
Region Ostfriesland durchzuführen.
Der regionale Bezug der Arbeit gewährleistete von Anfang an die Praxisbezogenheit der Arbeit. Religionspädagogik hat sich in Theorie und Praxis an den Gegebenheiten der Region zu orientieren. Die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, seien es kirchliche oder staatliche, sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit der ARO. Kein Unterrichtsbaustein, keine Idee für die Gemeindearbeit oder einen Familiengottesdienst wird veröffentlicht, der nicht einen konkreten Bezug zu einer Gemeinde oder einer Schulklasse hat. Theoriebildung bei den Fortbildungsveranstaltungen werden selbstverständlich mit Aspekt der aus der Lebenswirklichkeit von Schule und Kirchengemeinde in eine "Gemengelage" gebracht. Aus der Zusammenarbeit mit LehrerInnen und MitarbeiterInnen der Kirchengemeinden kann "Notwendiges" für die unterrichtliche Praxis entstehen.
Ganz am Anfang waren es vor allem die Arbeitsgemeinschaften ( von denen heute noch einige existieren) an verschiedenen Orten in Ostfriesland in denen religionspädagogisch gearbeitet wurde, später kamen Projekt- und Studiengruppen, Fachkonferenzen und Seminare hinzu. Von Anfang an war das gemeinsame Gespräch, das Fragen und Suchen nach geeigneter Praxis für den Religions- und Konfirmandenunterricht und andere kirchliche Veranstaltungen wichtig. Im Mittelpunkt der Arbeit standen die Menschen mit ihren Fragen, Nöten, und Bedürfnissen. Religionspädagogik kann nur in Zusammenhängen mit ihrer Lebenswirklichkeit Gestalt gewinnen.
Warum gemütlich?
Weil Erziehung dem Gemüt dient.
Gemüt ist im Mittelhochdeutschen
der Sammelbegriff für das Wort Mut.
Mut steht für
Seele,
Geist,
Sinne,
für seelische,
fröhliche, aber auch zornige Kräfte,
für alle Sinnesregungen.
Gemütlich heißt
wohltuen, annehmen und lieben.
L. Teckemeyer (frei nach Pestalozzi)
25 Jahre ARO Statistik
1972
Dr. Peter Engel und Dr. Roland Goeden werden beauftragt, eine
Arbeitsstelle für Religionspädagogik in Ostfriesland einzurichten.
1973
Frau Brigitta Schulze ist für die Bibliothek und Materialstelle
zuständig. Im Büro der Burgstraße 27, Aurich müssen
zunächst die Räume noch mit der Suchtberatung geteilt werden.
1978
existieren 8 AG's für den Religionsunterricht in Ostfriesland, die sich
in 30 Sitzungen treffen. In 5 Pfarrkonferenzen und bei einem Pfarrkonvent
ist Konfirmandenunterricht das Thema. 3 Kirchenvorstehertagungen zum selben
Thema finden statt.
5 AG's für die KU-Arbeit treffen sich regelmäßig (insgesamt
25 Sitzungen).
1979
zieht die ARO um. Bibliotheks- und Seminarräume können am Georgswall
7 eingerichtet werden.
1980
umfaßt der Bestand der Materialstelle 3.536 Bücher.
3.955 Bücher und Unterrichtsmaterialien wurden von 592 Personen ausgeliehen.
1980/81
Im August 1980 verläßt Dr. Peter Engel die ARO. Sein Nachfolger
Lothar Teckemeyer tritt zum 1. Februar 1981 sein Amt an.
1981
Im Sommer 1981 erscheint die 1. Ausgabe von Werkstatt KU. Die Informationsschrift
verfolgt 4 Ziele: a) Information über Literatur und Medien in der ARO;
b) Berichte aus der Praxis; c) Vorstellen von Bausteinen für den Unterricht;
d) Hinweise auf Fortbildungsveranstaltungen.
1982
werden erstmals Religionspädagogische Tage durchgeführt. Unterrichtsmitschauen,
Seminare, Werkstattarbeit und Vorträge gehören zum Programm.
In Verbindung mit der Landheimvolkshochschule Potshausen und den Schulaufsichtsämtern
in Ostfriesland wird ein Religionspädagogischer Tag veranstaltet.
1983
erhält die Arbeitsstelle eine Satzung, die von allen Kirchen (Ref. Kiche,
Ev. luth. Kirche Oldenburg und Ev. -luth. Landeskirche Hannover) genehmigt
wird.
Erstmalig bekommt die ARO Spartendenzen der Landeskirche zu spüren. Haushaltsmittel
werden nicht erhöht.
1985
Friedrich-August Schaefer übernimmt das Amt eines Studienleiters, er
wird Nachfolger von Dr. Roland Goeden. Hans-Ulrich Wittwer arbeitet neben
seiner Tätigkeit als Berufsschuldiakon in der ARO mit. Er übernimmt
die Aufgaben von Dr. Jürgen Schipper.
1991
Bei umfangreichen Baumaßnahmen werden die Räumlichkeiten der ARO
erweitert. 3 neue Seminarräume entstehen, die Bibliothek wird ausgebaut.
1992
Die Bibliothek wird durch Schlagworte erfaßt. Mit Hilfe der EDV-Technik
ist ein schneller Zugriff auf alle Unterrichtseinheiten im deutschsprachigen
Raum möglich.
1995
Die Synode der Ev. luth. Landeskirche Hannover bestätigt den KW-Vermerk
für die Stelle des Geschäftsführers der ARO.
1997
Die ganze Stelle des Geschäftsführers wird auf eine halbe Stelle
reduziert. Pastor Gerhard Wittkugel tritt die Nachfolge von Pastor Lothar
Teckemeyer an.