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Die Beichte
(EG Nr. 792 ff)

Einführung

Die christliche Kirche hat von ihrem Herrn den Auftrag, den Menschen, die von der Gewissenslast einer Schuld freiwerden wollen, die Vergebung zuzusprechen und ihnen so zu einem neuen Anfang zu helfen. In der Beichte wird erkannte Schuld ausgesprochen und das Verlangen nach Versöhnung mit Gott und den Menschen bekundet.
Die Beichte wird in einem Gottesdienst (Gemeinsame Beichte) oder unter vier Augen (Einzelbeichte) vollzogen.
In der Gemeinsamen Beichte, die oft mit der Feier des Abendmahls verbunden ist, bekennen die Beichtenden ihre gemeinsame und persönliche Schuld und bitten Gott um Vergebung. Den Beichtenden wird vom Pfarrer oder der Pfarrerin die Vergebung ihrer Sünden zugesprochen.
Zur Einzelbeichte wendet man sich an einen Pfarrer oder eine Pfarrerin, die durch ihre Ordination zur Wahrung des Beichtgeheimnisses verpflichtet sind, oder auch an einen anderen Christen, zu dem man Vertrauen hat. Das Beichtgeheimnis genießt auch gesetzlichen Schutz.
Zur Beichte sollte man nicht ohne Vorbereitung gehen. Um das Gewissen vor Gott zu prüfen, ist es hilfreich, die Zehn Gebote, das Doppelgebot der Liebe, den Psalm 139 oder die sieben Bußpsalmen zu bedenken. Auch ein Beichtgebet kann dazu helfen.


Anleitung zur Einzelbeichte

Zur Beichte gehören das Eingeständnis der Schuld (Sündenbekenntnis) und die Lossprechung (Absolution). Die Einzelbeichte kann in verschiedener Weise vollzogen werden. Meist schließt sie sich einem vorangegangenen seelsorgerlichen Gespräch an.

Schuldbekenntnis

Wenn es schwer fällt, für das Eingeständnis der Schuld eigene Worte zu finden, kann eines der folgenden Beichtbekenntnisse als Ausgangspunkt oder Abschluß des eigenen Bekennens gebraucht werden:

Der Seelsorger / die Seelsorgerin spricht auf das Beichtbekenntnis:

Wenn deine Beichte damit beendet ist, dann (knie nieder und) bete mit mir:
Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, udn gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Amen.

Lossprechung (Absolution)

Der Seelsorger / die Seelsorgerin spricht:

Gott sei dir gnädig und stärke deinen Glauben!
Du sollst gewiß sein, daß die Vergebung, die ich dir zuspreche, Gottes Vergebung ist.
(unter Handauflegung:)
In der Vollmacht, die der Herr seiner Kirche gegeben hat, spreche ich dich los: Dir sind deine Sünden vergeben. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Hier kann ein Dankgebet folgen.

Beide beten gemeinsam das Vaterunser.

Die Beichte schließt mit dem Segen:

Es segne und behüte dich der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gehe hin im Frieden.

Eine weitere Form der Einzelbeichte findet sich in Luthers Kleinem Katechismus "Vom Amt der Schlüssel".