Orgelrenovierung in
der Martinikirche
Von den „Kostbarkeiten“ einer Orgel
… und warum Königinnen Geld kosten
ein Bericht von Matthias Breitenkamp
Berühmt
Die Königin von England wurde in diesem Jahr 75 Jahre alt und feierte ihr 50jähriges
Thronjubiläum.
„Die Orgel sei der König aller Instrumente“, hat Mozart gesagt.
Unsere Bueraner Königin steht schon fast 150
Jahre auf der Empore der Martinikirche. Genau genommen ist nur ihr Gehäuse so
alt. Denn das Innenleben der Orgel wurde bereits zwei Mal verändert.
Unsere Kirche und ihre Orgel sind weit
über Buer hinaus bekannt. Wir können stolz auf sie sein. Man kann „Staat“ mit
ihr machen und sie würde vielen fehlen, wenn sie in Sonntagsgottesdiensten,
Taufen, Konzerten und Trauungen schweigen würde.
Berüchtigt
Allerdings sind Königinnen in der letzten Zeit
ins Gerede gekommen: Die Königin von England wegen ihrer desolaten
Familienpolitik, unsere Orgel wegen ihres desolaten Gesundheitszustandes.
In den letzten drei Jahren sind mehrere unabhängige Gutachter,
sowie Experten der Landeskirche in Buer gewesen und haben das Instrument auf
Herz und Niere überprüft. Das Ergebnis wurde jeweils in Form von Gutachten
niedergelegt und ausgewertet. Da im Jahre 1981 eine technische Erneuerung erfolgt
war, beziehen sich die schweren Mängel vor allem auf den klanglichen Zustand.
Einzig
Der Kirchenvorstand hat auf Grundlage der
Gutachten Angebote mehrerer Orgelbauer eingeholt und mit dem zuständigen
Orgelsachverständigen der Landeskirche ein Konzept für die Reparatur und den
Umbau des Instrumentes festgelegt.
Diese Umbauphase dauert etwa fünf Monate. Warum
so lange? Unsere Orgel ist einmalig.
Auch die Königin von England ist einmalig, aber
nur deshalb, weil der Storch sie in den königlichen Schornstein geworfen hat.
Unsere Orgel ist zwar nicht von hoher Geburt,
soll aber von hoher Qualität sein.
Sie wird aus edlen Materialien mit viel
Handarbeit zu einem Musikinstrument gefertigt. Ein Gebrauchsgegenstand, der
auch Kunstwerk ist.
Umbau der Orgel
beginnt im Mai 2003
Nach der Konfirmation im Mai 2003 soll der
Umbau der Orgel beginnen. Neben einer Generalreinigung und Überarbeitung der
technischen Anlage werden etwa 1500 neue Pfeifen eingebaut. Diese sollen
der Orgel wieder ein Fundament geben und ihr einen gravitätischen und „majestätischen“
Klang verleihen. Die von vielen Hörern als schrill und knatternd empfundenen
Töne werden dabei aus der Orgel entfernt.
Kostbar
„Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit!“
Dieser Spruch stammt von Karl Valentin. Er
trifft auch für die Reparatur der Orgel zu. Fürstlich wie die Herkunft der
Königin sind auch die Kosten für ein solche Instandsetzung, da vieles
Handarbeit ist.
Wir werden weiter zu diesem Thema
informieren.
Die Königin
der Instrumente zusammen mit den Posaunen des Herrn – Vorboten der Himmelschöre
(Zitat des Obmannes der Ev. Posaunendienste in
Deutschland, Holger Gehrke)