FÖRDERPREIS 2005
    
 
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  Der Großelterndienst im Diakonischen Werk des Ev.-luth. Stadtkirchenverbandes Hannover
Inhalt und Ziele:

Durch Zunahme von Altersarbeitslosigkeit, vorgezogenem Ruhestand etc. haben zunehmend noch relativ junge Ältere unter dem Verlust von Arbeit und damit oft auch Sinnverlust und dem Gefühl des Nicht-Mehr-Gebraucht-Werdens zu leiden, vom Gefühl der Einsamkeit ganz zu schweigen. Ältere Menschen haben jedoch vielfältige Kompetenzen, die sie auch gern nutzbringend einsetzen würden. Nicht jeder findet seine Aufgabe im Kleingarten oder in Reisen und nicht jeder hat enge Kontakte zu Angehörigen oder einen großen Freundeskreis.

Andererseits gibt es immer mehr junge Familien und Alleinerziehende, bei denen die Berufstätigkeit nicht mit den Betreuungszeiten durch Kindergarten o.ä. übereinstimmt, für Tagesmütter das Geld nicht reicht oder denen einfach Großeltern und damit auch der Austausch zwischen den Generationen fehlen. Hier setzt der Großelterndienst des Diakonischen Werkes an. Er besteht seit dem 01.12.1999 und vermittelt vitale Menschen ab 50 als „Wunschoma“ oder „Wunschopa“ an Familien und Alleinerziehende zur Betreuung der Kinder (maximal 20 Std./ monatlich).

Struktur:

Die interessierten Familien und Alleinerziehenden bekommen als erstes einen Fragebogen zugeschickt, der im Vorfeld die zeitlichen Wünsche etc. abfragt. Mit den ehrenamtlichen Wunschgroßeltern erfolgt ein Gespräch, in dem Motivation, Vorstellungen und Wünsche abgeklärt werden. Die hauptamtliche Mitarbeiterin versucht dann, die „passenden“ Familien und Wunschgroßeltern zusammen zu bringen. Es findet ein gemeinsames Gespräch zwischen Familien, Kindern, Wunschgroßeltern und hauptamtlicher Mitarbeiterin in den Räumen des Großelterndienstes statt. Dieses Gespräch dient zum Kennenlernen und zum weiteren Abklären der Vorstellungen und Wünsche. Wenn Sympathie, Bedarf und Möglichkeiten übereinstimmen, werden die weiteren Treffen zwischen Familien und Wunschgroßeltern abgesprochen. Die hauptamtliche Mitarbeiterin ist weiter kontinuierlich Ansprechpartnerin bei Problemen und Fragen und zuständig für die regelmäßigen Schulungsangebote der „Wunschgroßeltern“.

Die Hilfe bringt nicht nur den Familien Entlastung, sondern beschert auch den Betreuern ein erfüllteres Dasein. Der Kontakt und Austausch zwischen den Generationen wird gefördert, gegenseitige Achtung und Anerkennung werden unterstützt. In Zeiten, in denen Vereinzelung immer mehr zunimmt, können hier Gegen-Akzente gesetzt und Solidarität gefördert werden: Großelterndienst als Brückenbauer zwischen den Generationen. Einige Beziehungen bestehen mittlerweile seit über fünf Jahren, und es haben sich regelrechte Ersatzfamilien gebildet, die über die Kinderbetreuung hinausgehen und sogar trotz Wohnortwechsels nicht beendet wurden. Z. Zt. betreuen 74 „Wunschomas“ und 8 „Wunschopas“ insgesamt 102 Kinder.

Durch regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit sind diverse Artikel auch bundesweit veröffentlicht worden und unser Konzept wurde von anderen Städten und Kommunen angefordert. Im November 2004 wurde der Großelterndienst mit dem Hannover-Preis 2004 zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgezeichnet. Der Hannover-Preis wird von dem Wirtschaftskreis der Wirtschaftsjunioren ausgelobt.

Weitere Auskünfte:

Diakonisches Werk des Ev.-luth. Stadtkirchenverbandes Hannover, Angelika Becker, Burgstr. 8/10, 30159 Hannover, Tel.: 0511/ 36 87 - 165

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