FÖRDERPREIS 2005
    
 
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  Ein Ort der Friedhofskultur
Umnutzung der alten Friedhofskapelle in Wustrow

Inhalte

Das Bestattungs- und Friedhofswesen befindet sich im Umbruch. Gewachsene Formen der Zusammenarbeit von Kirche, Bestattern, Steinmetzgilde und Gärtnern müssen durchdacht und neu ausgerichtet werden. Im Ansatz von Museumsverein und Kirchengemeinde in Wustrow (KK Lüchow) übernimmt zusätzlich ein zeitgeschichtliches Museum den Part, die regionalgeschichtliche Bedeutung des Todes in allen seinen Facetten darzulegen, zu würdigen und in die Diskussion einzubringen.

Struktur

Im Mittelpunkt stand eine landkreisweite Aktion „... mitten wir im Leben ...“ - Ausstellungen und Veranstaltungen im Landkreis Lüchow-Dannenberg 2004 zum Thema „Tod“. In diesem Rahmen hat das Museum Wustrow eine große zentrale Ausstellung „Tod im Wendland“ initiiert, konzipiert und durchgeführt, eine heimatkundliche Arbeitstagung zum gleichen Titel veranstaltet und zwei Aufführungen des mittelalterlichen Stückes „Der Ackermann und der Tod“ in den Kirchen Küsten und Meuchefitz gestaltet.
Erstmals fanden in Wustrow Ende September 2004 die „Wendländischen Friedhofstage“ statt. Sie wurden erarbeitet und durchgeführt von der Gruppe „AG ‚Steinmetz + Gärtner’, Ev.-luth. Kirchengemeinde Wustrow und Museumsverein“ sowie örtlichen Bestattern.

Vorangegangen war die Präsentation von 16 Mustergräbern auf dem Friedhof Wustrow im Jahre 2004 und eine Ausstellung von Kunstobjekten des Bildhauer-Symposiums „Sag’ und Grab’ Mal“.
Die nicht mehr genutzte alte Friedhofskapelle wurde umgestaltet, so dass sie für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden kann und zu einem Ort wendländischer Friedhofskultur werden kann. Das wird durch einen baulichen Umstand erleichtert: Das Gebäude liegt direkt an der Hauptdurchgangsstraße und zu ebener Erde. Es gibt keine Treppe, keine Schwelle - damit auch keine Schwellenangst - und das unter Denkmalschutz stehende Gebäude von 1884 hat eine weite Eingangstür und mittlerweile ein großes Fenster. Es ist schlichtweg „unübersehbar“ und hat eine „menschliche“ Größe.

Das Gebäude soll Nahtstelle sein zwischen dem intimen Friedhofsbereich und der Gesellschaft. Mit diesem „Ort“ wird eine ständige Möglichkeit zum Gespräch geboten – nicht nur den Friedhofsbesuchern, sondern allen Passanten. Eine ständige Ausstellung zur regionalen Friedhofs- und Bestattungskultur, angereichert durch Wechselschauen, Lesungen und kleinere musikalische Darbietungen füllen den Raum. Die Kapelle soll immer wieder neu Forum sein für Gespräche und Diskussionen um christliche Traditionen und Einstellungen angesichts neuer Entwicklungen in der Friedhofs- und Bestattungskultur.

Weiterführende Information

Informationsmaterial liegt vor, dazu die umfassende, reich bebilderte Publikation „Tod im Wendland“.
Kontakt: Dr. Rolf Meyer, c/o Museum Wustrow, Blumenthalstraße 3, 29462 Wustrow (Wendland); Tel.: 05843-429 / e-mail: rha.meyer@t-online.de.

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