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  Modellprojekt „Kurze Wege
Modellprojekt „Kurze Wege - sozialräumlich orientierte Jugendarbeit in Kooperation und Vernetzung von kommunalen Institutionen und evangelischer Jugendarbeit“

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Johannes, Wunstorf

Inhalt und Ziele:


Das Projekt „Kurze Wege“ wurde am 01.09.2000 in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannes im Wunstorfer Stadtteil Barne eingerichtet. Inzwischen gibt es zwei Nachfolgeprojekte "Kurze Wege 2002" und "Kurze Wege 2004". Die Konzepte wurden entworfen von dem Dipl.- Religionspädagogen und Diakon der Gemeinde Thomas Schlichting und dem Dipl.- Pädagogen Stephan Kuckuck, der auch für die Durchführung des Projektes eingestellt wurde. Die Finanzierung wurde bisher sichergestellt mit Mitteln der Hanns-Lilje-Stiftung, der Klosterkammer Hannover, der Niedersächsischen Lottostiftung, der Stadt Wunstorf, sowie Mitteln der Kirchengemeinde, des Kirchenkreises, des Landesjugendpfarramtes und der Landeskirche. Weiterhin fördern über 140 Patinnen und Paten das Projekt finanziell.

Die Idee und das Konzept des Projektes basieren auf den Erfahrungen, die in der offenen und cliquenorientierten Jugendarbeit der Kirchengemeinde St. Johannes gesammelt wurden. Im Bereich des Stadtteils „Barne“ fehlten soziale Räume für Jugendliche. Es gab außer dem Jugendtreff der St. Johannes-Kirchengemeinde kein adäquates jugendarbeiterisches Angebot, das in der Lage war, Jugendliche anzusprechen und einzubinden. Dieses galt vor allem für Cliquen jüngerer Jugendlicher und Kinder, die im Bereich der Barne wohnten oder sich dort zum Teil bis spät in die Nacht aufhielten.

Hier wurde seitens der St. Johannes-Kirchengemeinde, aufgrund der langjährigen Erfahrungen im Bereich der sozialdiakonischen Jugendarbeit, Handlungsbedarf gesehen, präventive Jugendarbeit zu leisten, um negativen Entwicklungen in Richtung deviantem bzw. delinquentem Verhalten vorzubeugen.

Unsere Jugendarbeit hat als eigentliche und zentrale Aufgabe, Jugendliche, die sich nicht selten in einer riskanten oder sehr prekären Situation befinden, bei der Suche nach Wegen einer gelingenden und befriedigenden Lebensbewältigung zu unterstützen.

Schwerpunkte des Projektes "Kurze Wege":

- Aufsuchende bzw. mobile Jugendarbeit im Stadtteil:
Wir suchen Jugendliche aller Altersstufen an ihren alltäglichen, sowohl institutionalisierten (Schule, Konfirmandenunterricht) als auch selbständig angeeigneten Treffpunkten (Straßenecken, Ruhebänke, Spielplätze, Schulhöfe) auf, um ihnen zur Erweiterung ihrer sozialen Räume (in doppeltem Sinne) Angebote zu machen.

- Offene Treffpunkte, Jugendtreff (Zielgruppe der älteren Jugendlichen und Heranwachsenden ab 14 Jahren) und Schülercafé (jüngere Jugendliche und Kinder, ca. 10-14 Jahre) und Mädchentreff ( Mädchen ab 11 Jahre):

Wir bieten drei offene Treffpunkte an, die regelmäßig von ca. 150 Jugendlichen aufgesucht werden. Diese offenen Räume bieten neben Einrichtungsgegenständen wie z.B. Tischfußball, Billard, Tischtennis, einer Küche und fünf Internetcomputern vor allem sozialen, aneignungsbaren Raum. Eine sehr große Rolle spielen hierbei auch das ganzheitliche personale Angebot (einfach „DA-Sein“, Kommunizieren, Einlassen, Vermitteln, informell beraten und Zeit füreinander haben, das heißt Ansprechpartner sein und Auseinandersetzung anbieten) sowie Gemeinschaft und Geselligkeit. In den drei offenen Treffpunkten gibt es jeweils das Angebot, eine warme Mahlzeit gemeinsam zuzubereiten und zu essen. Zur Zeit nehmen ca. 50 Jugendliche dieses in Anspruch.

- Projektarbeit:
Themenbezogene Gruppenarbeit (sowohl eigenständig als auch an die offene Jugendarbeit angebunden) findet z.B. als Hip-Hop-Workshop oder in Form von Medienarbeit (Video, Computer-AG) mit öffentlichen Präsentationen der erzielten Ergebnisse bzw. der erarbeiteten Produkte statt. Hierbei werden Jugendliche in Themenfindung, Planung, Gestaltung und Durchführung eingebunden, um eigenständige Gruppenarbeit und gemeinsames Lernen zu fördern.

- Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort
Im Rahmen von schulischen Arbeitsgemeinschaften bieten wir u. a. Kurse zum Erwerb der Juleica an. Diese werden für die Haupt- und die Realschule übergreifend durchgeführt. Weiterhin sind wir Kooperationspartner der Hauptschule, die seit dem Schuljahr 2004 ein Ganztagsangebot hat. Hier liegt der Schwerpunkt der Arbeitsgemeinschaft zur Zeit auf gemeinschaftliche Erfahrung im Bereich von selbst gestalteter Freizeit.

- Erlebnispädagogische Arbeit:
Unter dem Motto „Raus aus Umfeld/ Alltag“ vermittelten die Jugendfreizeiten mit erlebnispädagogischen Schwerpunkten wie z.B. Klettern, Kanufahren und Segeln ganzheitliche (Lebens-)Erfahrungen und gemeinsames (soziales) Erleben. Neue Erfahrungen mit natürlichen Räumen (Umwelt) wurden eröffnet.

- Seminare:
In der Aus- und Fortbildung von qualifizierten ehrenamtlichen MitarbeiterInnen findet Gruppenarbeit als Erfahrungs- bzw. Lernort ihren Schwerpunkt. Jugendliche werden in die (kirchliche und projektbezogene) Jugendarbeit eingebunden, Selbständigkeit wird gefördert und in eigenen Jugendgruppen und -Freizeiten ermöglicht.

- Vernetzung bzw. Kooperation mit anderen Institutionen der Kinder- und Jugendarbeit wurde und wird in unterschiedlichen Projekten gesucht (z.B. Jugendparlamentswahl, Ferien(s)passaktionen, Seminare und Fortbildungen). Weiterhin findet ein regelmäßiger Austausch über die Situation von Jugendlichen im Arbeitskreis („kleiner Präventionsrat“) mit Vertretern der Stadt Wunstorf (Sozialamt, Jugendpflege), der Schulen (die ihren Sitz im Stadtteil haben), dem Kinderschutzbund, der Polizei, des Jugendamtes und der Jugendgerichtshilfe der Region statt. Dieser „kleiner Präventionsrat“ entstand während der ersten Phase unseres Projektes. In dem Kreis werden unterschiedliche Aufgabengebiete, Handlungsansätze und Möglichkeiten kennengelernt und vernetzt, um Kindern und Jugendlichen einerseits vielfältigere soziale Räume zu eröffnen und um sie andererseits gezielter beraten und unterstützen zu können.

Kontakt:

Thomas Schlichting, Dipl.-Religionspädagoge u. Diakon
Email: t.schlichting @gmx.de
Telefon: 05031-91 41 16

Stephan Kuckuck, Dipl.-Päd.
Email: stephan.kuckuck@johannesjugend.de
Tel.: 05031- 77 92 62

Im Internet unter www. johannesjugend.de

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