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Kirche der Engel 

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Impressionen aus der Michaeliskirche


 

 



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Vor uns auf dem Hügel thront St. Michaelis: Groß und stark wie eine Burg erhebt sich die Kirche mit ihren charakteristischen sechs Türmen. Wir betreten sie durch den südlichen Seitenflügel. Von den Kapitellen der Säulenreihe, die Süd- und Mittelschiff voneinander trennt, blicken weibliche Stuckfiguren als Begrüßungskomitee auf uns herab. Sie repräsentieren die Seligpreisungen Jesu und stammen aus dem12. Jahrhundert.


Wir nehmen jetzt den Raum in seiner Gesamtheit wahr: Zum Teil aus dem 11. Jahrhundert stammen zwölf Rundsäulen, stellvertretend für die zwölf Stämme Israels und die zwölf Apostel. Gemeinsam mit vier quadratischen Pfeilern umrahmen und rhythmisieren sie das Mittelschiff: Auf zwei Rundsäulen folgt jeweils ein Pfeiler – eine Konstruktionsweise, die als „niedersächsischer Stützenwechsel“ in die Baugeschichte eingegangen ist. Noch auffälliger ist die so genannte Bänderung der Arkaden und Vierungen: Weiße und rotbraune Quader wechseln einander ab und schaffen eine Atmosphäre klarer Geometrie. Das ist mehr als ein atmosphärischer Eindruck. Die gesamte Kirche ist nach mathematischen Grundsätzen konstruiert, die tief von antiker Harmonielehre und mittelalterlichen Zahlenmystik geprägt sind.

Bilderdecke

Unter den Arkaden hindurch betreten wir nun das Mittelschiff – wir können nicht anders, denn der Blick fällt unter den romanischen Bögen hindurch schon auf das Deckengemälde, für das St. Michaelis Weltruhm und den Eintrag in die Liste des UNESCO-Welterbes erworben hat. Die imposante farbenprächtige Malerei erstreckt sich über die ganze Decke, eine Fläche von rund 240 Quadratmetern, und zeigt den „Jesseboom“, den theologischen Stammbaum Jesu Christi. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teil der Kirche zerstört, doch die Deckenmalerei war aus Angst vor einem Bombenangriff ausgelagert worden und ist so der Nachwelt zu einem großen Teil erhalten geblieben.

Säulenkapitelle Michaeliskirche

Ein genaues Studium sind die Schmuckkapitelle der Säulen wert. Sie wurden Ende des 12. Jahrhunderts angefertigt, als sich die Heiligsprechung des Kirchenerbauers St. Bernward anbahnte. Die Kapitelle sind mit aufwändigen Blattornamenten, Tieren, Menschenköpfen und zum Teil auch heidnischen Motiven versehen.


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Letzte Änderung: 16.05.2009