

Wie Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen am besten gemeinsam leben und lernen können, ist ein zentrales kirchliches Thema:
Für den Bereich der Schulen finden Sie Informationen unter Comenius-Institut Münster und Bundesverband evangelische Behindertenhilfe,
Die inklusive Konfirmandenarbeit (Eine Handreichung dazu finden Sie im Download auf dieser Seite)
Die Konfirmandenarbeit ist ein gemeinsames Angebot für Kinder und Jugendliche aus allen Schulformen. Ganz bewusst wird die schulische Aufgliederung nach Leistungsvermögen in der Kirchengemeinde durchbrochen. Im Vordergrund steht vielmehr das, was Menschen vor Gott und in der Gemeinde verbindet und eint. Theologisch argumentieren wir dabei von der Verschiedenheit der einzelnen im Ganzen der Gemeinde her (1. Kor 12). Es gilt: Normal ist, verschieden zu sein! Und konsequent ist es, die unterschiedlichen Begabungen der einzelnen Gemeindeglieder in den Blick zu nehmen und bei der Gestaltung der Konfirmandenzeit zu berücksichtigen.
Pädagogisch betrachtet ist es für die Konfirmandenarbeit als eine gelungene Bildungsveranstaltung ohnehin unverzichtbar, auf die je eigenen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zu achten. Wie groß die Bandbreite an Fähigkeiten auch sein mag, es ist geboten und tut allen Jugendlichen gut, durch vielfältige ganzheitliche Methoden und Arbeitsformen die Möglichkeit zu bekommen, die Inhalte des Evangelium aufzunehmen, sich dazu zu äußern und sich diese anzueignen. Es geht dabei um unterschiedliche, aber gleichwertige Zugänge.
Ziel ist eine gemeinsame Konfirmationsfeier. Das setzt ein Verständnis von Konfirmation selbst voraus, bei der der kognitiv-sprachliche Akt des Glaubens-Bekenntnisses nicht im Vordergrund steht.
Ermöglichung inklusiver Konfirmandenarbeit:
Die UN-Konvention zu den Rechten behinderter Menschen sieht die Inklusion als den zukünftigen Weg in allen Bereichen des Lebens. Dies hinterfragt das deutsche Förderschulsystem, stellt aber auch die Konfirmandenarbeit vor neue Herausforderungen.
Die Ev.-luth. Landeskirche Hannovers setzt sich ausdrücklich für eine inklusive Konfirmandenarbeit ein, die es allen Kindern und Jugendlichen – mit offensichtlichen und mit weniger offensichtlichen Beeinträchtigungen – gleichermaßen ermöglicht, sich gemeinsam mit Gleichaltrigen auf die Konfirmation vorzubereiten und sie gemeinsam zu feiern.
Bereicherung und Überforderung? Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten als Bereicherung in einer Gruppe entdecken … – die Ideale einer inklusiven Konfirmandenarbeit lassen schnell moralischen Druck aufkommen und das Gefühl von Überforderung auf Seiten der Verantwortlichen. Gute inklusive Konfirmandenarbeit bedarf deshalb immer einer ausgewogenen Planung. Im Blick auf das betroffene Kind bzw. Jugendlichen, die betroffene Gruppe und auch im Blick auf die Möglichkeiten der Mitarbeitenden müssen die Chancen und Grenzen ausgelotet und sichtbar gemacht werden. Individuelle Lösungen und ein ehrlicher Umgang im Rahmen der jeweiligen Konfirmandenarbeit “vor Ort“ sind hier gefragt. Vollständige Inklusion sollte das Ziel sein, aber von Fall zu Fall liegt es nahe, gemeinsam mit Eltern und Mitarbeitenden nach sinnvollen Alternativen zu suchen, die allen gerecht werden. So bieten modulare integrative Einheiten, Freizeiten, Gottesdienste und die gemeinsame Konfirmation zum Abschluss oftmals größere Chancen als eine vollständige Inklusion, die alle Seiten überfordern würde. Beratung und Einzelfallhilfen Für diese Entscheidungen sind eine fachliche Beratung und ein zusätzlicher Kontakt mit der betreffenden (Förder-) Schule des Kindes/Jugendlichen, ggf. auch mit dem integrativen Kindergarten vor Ort, unerlässlich.
Links zur inklusiven Konfimandenarbeit:
Hauptsache Mensch, PTZ Stuttgart
Unterstützung und finanzielle Förderung inklusiver Konfirmandenarbeit:
Eine Broschüre mit Informationen und Ansprechpartnern für die inklusive Konfirmandenarbeit mit dem Titel "Siehst Du mich? Eine Handreichung für die inklusive Konfirmandenarbeit" können Sie unter der E-Mail Bildungsabteilung@evlka.de bestellen. Zudem ist eine Arbeitshilfe zur Inklusiven Konfirmandenarbeit im RPI-Loccum erschienen (Loccumer Impulse 2). Sie kann dort zum Preis von 10,80 € bestellt werden: RPI-Loccum, Tel.: 05766-81-135/140.
Zudem können finanzielle Einzelfallhilfen für eine Inklusive Konfirmandenarbeit im Bildungsdezernat des Landeskirchenamtes beantragt werden. (Einzelfallförderung bis zu 300 Euro).
Weitere Informationen dazu (G-Mitteilung) und das nötige Antragsformular finden sie unten im Download: