Die ersten Module der Schulseelsorge-Weiterbildung haben jetzt im RPI Loccum stattgefunden.
"Tür-und Angel-Gespräche in Beratung und Seelsorge an Schulen und der Umgang mit eigenen Quellen und Ressourcen waren die zentralen Themen.
Da viele Bewerberinnen und Bewerber für diese Weiterbildung im ersten Durchgang wegen der Begrenzung der Teilnehmerzahl nicht aufgenommen werden konnten,
wird es eine zweite und dritte Kursreihe geben.
Gründe für die Einführung eines Schulseelsorge-Weiterbildungskurses und Konzeptüberlegungen:
Schule ist ein zentraler Lern- und Lebensort von Kindern und Jugendlichen, so dass sich die Notwendigkeit für kirchliche Arbeit ergibt, an einem solchen zentralen Ort verstärkt und profiliert präsent zu sein. Seelsorge geht hier vom schulischen Alltag der Kinder und Jugendlichen aus und bezieht auch die Lehrkräfte und Eltern mit ein.
Gründe für eine spezifische Schulseelsorge können sein:
- Kinder und Jugendliche stehen als Heranwachsende permanent vor inhaltlichen und sozialen Herausforderungen und Aufgaben, deren Gelingen oder Scheitern das weitere Leben entscheidend prägen. Schulischer Erfolg oder Misserfolg bestimmen so maßgeblich über die Zukunft von Kindern und Jugendlichen. Dies führt für viele zu einer erheblichen Belastung.
- Kinder und Jugendliche haben so viele Freiheiten und Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten und ihr Handeln zu bestimmen, wie kaum eine Generation zuvor. Gleichzeitig gibt es für sie immer weniger gesellschaftliche Orientierungsmuster, so dass von den Kindern und Jugendlichen selbst eine starke Orientierungsleistung verlangt wird.
- Weil Schule ein zentraler Lern- und Lebensort für Kinder und Jugendliche ist, ist das Gelingen von sozialen Beziehungen, die Anerkennung von Regeln und Ordnungen sowie die Möglichkeit einer altersgemäßen Mitgestaltung am Ort Schule von zentraler Bedeutung.
Es ist deshalb die Aufgabe von Kirche, Menschen, die im schulischen Kontext leben und arbeiten, eine spezifische Form der Seelsorge vor Ort anzubieten, wenn sie in Krisensituationen geraten und ihnen so Möglichkeiten zu eröffnen, heilsame Erfahrungen zu machen.
Schulseelsorge will Räume für religiöse Erfahrungen öffnen, Einübung in evangelische Spiritualität bereitstellen, Formen gelingenden Miteinanders aufzeigen sowie in sozialen Notlagen konkret helfen.
Schulseelsorge will damit einen spezifisch evangelischen Beitrag leisten zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern in Auseinandersetzung mit dem Anliegen der Schulgemeinschaft und diese fördern.
Die Landeskirche strebt von daher ein Konzept von Schulseelsorge an, dass sowohl persönliche Lebensbegleitung und Seelsorge als auch hiervon ausgehend Angebote im Bereich evangelischer Spiritualität, sozialen Lernens und konkreter Hilfe in Notlagen umfasst.
Angebote im Bereich von Schulseelsorge, die über die persönliche Seelsorge am Einzelnen hinaus gehen, können zum Beispiel sein:
Schulgottesdienste, Andachten und Räume der Stille;
Pflege einer Kultur der kirchlichen Feiertage und Zeiten wie „Der andere Advent“;
Tage der Orientierung für Schülerinnen und Schüler der Schule oder
„Oasentage“ für Lehrkräfte.
Die Eckpunkte der auf diesen grundsätzlichen Überlegungen basierenden Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahme sind:
Für die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahme „Schulseelsorge“ sind sowohl Religionslehrkräfte als auch Pastoren, Diakone im Schul- und eventuell im Gemeindedienst vorgesehen.
Eine Gruppe aus diesem Personenkreis von ca.15 Personen wird für etwa 1 1/2 Jahre am Religionspädagogischen Institut in Loccum fortgebildet. Diese Maßnahme wird vom RPI in Kooperation mit dem Landesjugendpfarramt und der Arbeitsgemeinschaft Seelsorge und Beratung (AGSB) durchgeführt, auch um die notwendigen Personalressourcen dafür aufbringen zu können.
Im Download finden Sie das Konzept der Qualifizierungsmaßnahme Schulseelsoge: