Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist besorgt über den Ausfall von Religionsunterricht an den Schulen. Dieser Unterricht sei ein zweistündiges Pflichtfach, betonte der Ratsvorsitzende, der braunschweigische Bischof Friedrich Weber, am Sonnabend in Hannover. Vor der Synode der Konföderation sagte er, nicht selten gingen Schulleitungen fälschlich davon aus, dass ein Ausfall im Fach Religion von Eltern eher toleriert werde als in anderen Fächern.
Die Versorgung mit Lehrkräften sei angespannt, räumte Weber ein. Häufig würden aber Religionslehrer eher in anderen Fächern eingesetzt oder gar nicht erst angefordert. Zudem sei es offenbar politisch gewollt, die Zahl der Gestellungsverträge für kirchliche Lehrkräfte in staatlichen Schulen zu senken. Ein konfessioneller Religionsunterricht sei nicht durch "Werte und Normen" zu ersetzen, warnte der Bischof. Die Kirchen sprächen sich auch für einen islamischen Religionsunterricht nach staatlich verantworteten Lehrplänen aus.
In der Konföderation vertreten die evangelischen Kirchen ihre Interessen gegenüber dem Land Niedersachsen. Zu ihr gehören die lutherischen Kirchen von Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit insgesamt rund vier Millionen Mitgliedern.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0686/10.03.07)
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